8
Okt
2005

Festung Europa

Flüchtlingsdrama in Spanien

Mehr als tausend Afrikaner stürmen Grenze zur Exklave Melilla.
Spanien hat das Nachbarland Marokko zur Anwendung eines bereits 1992 geschlossenen Abkommens zur Rücknahme von Flüchtlingen gedrängt.
Die Flüchtlinge werden ohne wenn und aber abgeschoben.

Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ hatte berichtet, rund 500 Flüchtlinge seien von marokkanischen Polizisten hunderte Kilometer in die Wüste im Landesinneren gebracht worden, nachdem sie aus den Exklaven Melilla und Ceuta abgeschoben worden seien.
Die Menschen dort werden ohne jegliche Nahrung und Trinkwasser ihrem Schicksal überlassen.
Spanien rüstet bereits gegen weitere Flüchtlingsströme auf.
Die spanische Regierung hat angekündigt eine dritte Sperre mit Frühwarnsystemen und Videosensoren bauen zu lassen und die zehn Kilometer lange Trennlinie zu Marokko so zu verstärken.

zaun

Unüberwindbar soll die 2,5 Meter hohe Metallbarriere werden, gleichzeitig sollen die schweren Verletzungen, die sich die Eindringlinge im Stacheldrahtgewirr zum Teil mit Todesfolge zufügten, vermieden werden.

Flüchtlingslager Lampedusa

Gleichzeitig erreichen uns Berichte aus dem südlichen italienischen Flüchtlingslager Lampedusa, wo Misshandlungen an der Tagesordnung sind.
Die Staatsanwaltschaft der sizilianischen Stadt Agrigent hat eine Untersuchung eingeleitet, um die Vorwürfe der schweren körperlichen Misshandlungen und Verletzung der Menschenrechte im Flüchtlingslager zu klären, berichteten italienische Medien am Samstag.

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In Lampedusa herrschen nach einer Bericht des Nachrichtenmagazins "L´Espresso" "KZ-Lager“ ähnliche Zustände.

Hungerstreik in österreichischen Schubhaft

Im Fall des am Dienstag im Hungerstreik verstorbenen Linzer Schubhäftlings ermittelt nun die Staatsanwaltschaft.
Über 600 Schubhäftlinge sind im Vorjahr in Österreich freigekommen, weil sie in Hungerstreik getreten sind.
Der Hungerstreik ist eines der tauglichsten Mittel, um der Schubhaft zu entkommen.

Warum streiken so viele Schubhäftlinge?
Den Grund soll man vor allem in den schlechten Haftbedingungen suchen.
Statt moderne Schubhaftzentren zu bauen, werden in Österreich Schubhäftlinge immer noch in alten Polizeigefängnissen untergebracht obwohl sie keine Kriminellen sind.
Diese Menschen sind verzweifelt, die haben nur einen Ausweg der des Hungerstreiks.

Die Österreichische Regierung will diese Menschen notfalls zwangsernähren .
Was wiederum menschenrechtswidrig ist. Sollte sich ein Schubhäftling an das Europäischen Gerichtshof wenden, werde Österreich mit Sicherheit verurteilt.


Drei Beispiele aus drei Ländern Europas um zu demonstrieren wie man überall versucht unseren Kontinent zu beschützen.
Die Festung Europa steht bereits und wird weiter gefestigt.
Keine/r soll hier unerlaubt rein. Die Grenzen werden dicht gemacht.

Der Exodus der dritter Jahrtausend beginnt erst jetzt.

Wo bleiben die Menschenrechte, die Menschlichkeit ?
Wo bleibt eine gemeinsame europäische langfristige Konzept, wie man mit der Zuwanderung aus anderen Kontinenten umgeht?

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7an - 8. Okt, 18:24

Das Thema ist höchst heikel. Einerseits kann man nicht aus Schiff Europa holen, sonst geht selbst das irgendwann unter, anderseits will man Menschlichkeit bewahren. Am besten wäre es, die Lebensumstände in Afrika zu verbessern. Aber wie will man das anstellen? Davon abgesehen, dass wir das wahrscheinlich gar nicht können.

eclipse - 9. Okt, 17:01

@ 7an

Natürlich ist das ein unbequemes Thema.
Das Boot sei voll, hat man uns schon vor 20 Jahren erzählt.
Wer immer nur ruft, das Boot sei voll, der macht es kleiner, als es ist, wer immer nur behauptet, das Boot sei im Grunde leer, bringt es zum Kentern.

Ich wollte mit meiner Wortmeldung auch auf die Missstände hinweisen, die in der letzten Zeit passiert sind.

Wie das italienischer Nachrichtenmagazin „L’Espresso“ berichtete, es gab massive Folterungen in Lampedusa:
"Aus den Wasserhähnen strömt nur Salzwasser, es gibt keine Türen, kein Toilettenpapier, keinen Strom und keine Privatsphäre. Die WC-s des Auffanglagers sind etwas Unvorstellbares." Die MigrantInnen würden von Mücken und Flöhen gepeinigt. Der Reporter berichtete von einem Tunesier, der Stunden lang nackt vor einem Polizisten stehen musste, schikaniert wurde und vor Kälte zitterte. Er wurde von den Carabinieri geschlagen. Keiner der Lagerinsassen sei zudem einem Richter vorgeführt worden, was nach italienischem Recht verpflichtend ist.“

Oder an Beispiel der in Linz verstorbenen Schubhäftlings wird wieder über der Sinn und Unsinn des Zwangsernährung diskutiert.
Warum können andere Länder wie die Niederlande und Schweden bessere Rahmenbedienungen schaffen für Schubhäftlinge? Dort gebe es auch weniger Selbstbeschädigungen, Autoaggression oder Aggression anderen Häftlingen gegenüber.

Oder die aus Spanien abgeschobenen Flüchtlinge wurden ihrem Schicksal überlassen am Rande der Wüste...

Deshalb sollte dringlichst eine gemeinsame europäische langfristige Konzept her um eine einheitliche menschlich vertretbare Flüchtlingspolitik auszuarbeiten!

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