14
Jan
2006

Graz ist anders

Eines der umstrittenen und in Wien entfernten EU-kritischen Plakate hängt jetzt in Graz.
Das Forum Stadtpark hat das Plakat der KünstlerIn Tanja Ostojic am Eingang zum Forum aufgehängt.

EU-Slip

Das Plakat zeigt den Körper der Künstlerin, „nur“ mit einem blauen Slip mit den 12 EU-Pentagrammen bekleidet.
Mit der Montage wolle das Forum Stadtpark einen Schritt gegen wachsende Kunstfeindlichkeit setzen und EU-kritische Debatte fortsetzen.
Das Plakat, das seit Freitag im Stadtpark hängt, soll vorläufig auch dort bleiben.

Sind die WienenrInnen "kunstfeindlich", oder gar prüde im Gegensatz zu SteirerInnen?
Oder die örtliche Politik hat das Sagen, und mit einem Bürgermeister Haupt das Slogan „Wien ist anders“ ist nichts als leere Worte?

Eine kleine Anmerkung noch am Rande:
Der Wiener Bürgermeister Michael Häupl hat die mittlerweile von der Bildfläche verschwunden EU-Plakate des Projekts "Peace gerollt" als "sexistischen Schmarren" bezeichnet, obwohl er sie gar nicht gesehen haben will.
Er sei zu dem Zeitpunkt nämlich nicht in der Hauptstadt gewesen und als er wieder zurückgekommen sei, "waren sie schon wieder abgehängt", sagte Häupl in einem Interview mit den "Salzburger Nachrichten".

Trackback URL:
http://eclipse.twoday.net/stories/1414074/modTrackback

dnepr - 16. Jan, 01:04

er hat sie nicht gesehen?

ich war auch nicht in wien und kenne trotzdem diese plakate, liest er denn keine zeitungen? ;))

kinomu - 17. Jan, 18:36

Häupl liest sicher die Kronenzeitung.
eclipse - 19. Jan, 00:56

@dnepr

„Was ich nicht Weiß macht mich nicht heiß“ - seine Devise.
Ich frage mich wie weit ist er noch glaubwürdig?
eclipse - 19. Jan, 01:34

@kinomu

Wohnt er im zehnten Bezirk? ;-)
kinomu - 17. Jan, 18:41

Dass dieses Plakat EU-kritisch sei, kann ich nicht nachvollziehen - ich finde es vor allem schön.

Falls sich die Kritiker wirklich durch eine leicht bekleidete Künstlerin auf einem Plakat bedroht fühlen, könnte ich das zwar nicht verstehen, ihnen aber nachsehen. Mich würde dann natürlich interessieren, wie es zu dieser Wahrnehmung kam, also welche biographischen Erfahrungen zu einer Angst vor (bestimmten) Frauen, zu Problemen im Umgang mit Weiblichkeit... geführt haben.

Falls es ihnen aber nur darum geht, den politischen Feind anzupinkeln und sie Plakate mit Frauen missbrauchen, weil es am billigsten ist, auf spärlich bekleideten Frauen herumzutrampeln (denn Frauen hätten gefälligst verhüllt zu sein, wenn sie sich in der Werbung zeigen, sonst sei das "sexistisch"), finde ich das verlogen und ganz, ganz widerlich.

eclipse - 18. Jan, 15:12

@kinomu

„Dass dieses Plakat EU-kritisch sei, kann ich nicht nachvollziehen“
Die Plakate wurden so genannt, für mich sind es einfach die „EU-Plakate“.

„(denn Frauen hätten gefälligst verhüllt zu sein, wenn sie sich in der Werbung zeigen, sonst sei das "sexistisch"), finde ich das verlogen und ganz, ganz widerlich.“
Es ist schwer zu definieren was ist sexistisch und was nicht.
Im Brockhaus (in 15 Bd., Stand 98) ist zu lesen:
„Bezeichnung für jede Art der Diskriminierung und Benachteiligung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts sowie für diesen Erscheinungen zugrunde liegende Ideologie; im engeren Sinne: Begriff der Frauenbewegung, der die Bestimmtheit des gesellschaftlichen Denkens durch Geschlechtsbezogene, auf die Benachteiligung der Frau zielende Stereotypen bezeichnet. Sexismus findet sich in Einstellungen und psychisch –emotionalen Dispositionen, in Vorurteilen und Weltanschauungen ebenso wie in sozialen, rechtlichen und wirtschaftlichen Regelungen sowie in der Form faktischer Gewalttätigkeit im Verhältnis der Geschlechter (Vergewaltigung, Frauenhandel, sexuelle Belästigung, herabwürdigende Behandlung und diskriminierende Sprache) und in der Rechtfertigung dieser Gewaltstrukturen durch den Verweis auf eine „naturgegebene“ Geschlechterdifferenz. Der wissenschaftlichen Aufarbeitung des Sexismus hat sich vor allem die Frauenforschung gewidmet. Der Überwindung von Sexismus im öffentlichen sowie Arbeitsleben dienen verschiedene Maßnahmen der Frauenförderung zum Beispiel Quotenregelungen.“

Zurück zu den Plakaten:
Hier zu behaupten die Plakate seien sexistisch ist nicht angebracht, für mich sind es nicht die FeministInnen die hier auf die Barrikaden gingen, es waren vor allem die Prüden, oder die es nicht als Kunst verstanden haben..
Mich stört am meisten der Ignoranz und die rausgeschmissene Gelder bei der ganzen Aktion.
Erst zahlen, dann doch nichts ausstellen: viel Lärm um viel Geld.
creature - 19. Jan, 22:35

zu diesem speziellem plakat fällt mir diese assoziation ein:
die EU ist ein warmer schoß/ alle wollen hinein...
so gesehen, EU förderlich und positiv!
eclipse - 20. Jan, 15:01

@creature

so kann man(n) es natürlich auch sehen,
ich als frau wäre nie auf diese sichtweise gekommen ;-)
kinomu - 20. Jan, 16:13

@creature

in diese richtung habe ich auch gedacht... :-)

ich habe schon ein paar der plakate gesehen und empfinde sie als bereicherung. mal etwas anderes als werbung für autos, versicherungen etc. auf den rolling boards, im stadtbild. etwas, das fragen aufwirft, die phantasie anregt, irritiert - das geld finde ich besser angelegt als die vielen millionen, die für politiker-beweihräucherung vergeudet werden. damit werden wir heuer noch genug gequält werden.

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