24
Mai
2005

Ethisch/menschlich vertretbar?

Im vergangenen Jahr mussten in Österreich mehr als 1.000 Personen nach Hungerstreiks aus der Schubhaft entlassen werden.
Dem will der Staat künftig mit der Möglichkeit zur Zwangsernährung begegnen.

Wiener Ärzte melden auch bedenken weil neben der Sorge um verstärkte Selbstbeschädigungs- und Selbstmordversuche wirft das Mittel der Zwangsernährung Fragen des medizinisch-ethischen Selbstverständnisses auf.

Wir Europäer plädieren immer für die Bewahrung der Menschenrechte.
Meiner Meinung nach Zwangsernährung ist schlicht und einfach Menschenrechtswidrig.
Es ist der letzter Mittel womit sich der Gefangener in Schubhaft artikulieren, sein Unmut aufzeigen kann gegen Ungerechtigkeiten.
Er hat kein anderer Mittel mehr.
Oft bekommen diese Menschen keinen rechtlichen Beistand oder Dolmetscher.

Ich fände es Schade und Schande für unsere Demokratie. Und es wäre ein weiterer Rückschritt.

Eine Anmerkung am Rande:
Laut einer ORF Umfrage sind 51% der ÖsterreicherInnen für eine Gesetzliche Zwangsernährung, 39% sind dagegen.
Und 82% meinen, dass Asylanten aus wirtschaftlicher Gründen zu uns kommen, nur 18% sind der Meinung dass sie politisch verfolg gewesen sind.

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warteschlange - 25. Mai, 06:37

@Es ist eine Schande für unsere Demokratie.
In der Zwischenzeit werden zumindest offiziell keine Kinder eingesperrt - das stimmt übrigens auch nicht.

eclipse - 25. Mai, 10:02

@warteschlange

stimmt natürlich nicht, die kinder sind mit ihrer mütter eingesperrt.
nestor - 25. Mai, 08:35

ich warne nur davor dieses thema zu plakativ abzuhandeln. auch ich weiss nicht, wie mit der dzten migrationsbewegung im lande umgegangen werden könnte...

eclipse - 25. Mai, 09:26

@nestor

plakativ abzuhandeln?
unsere regierung will eines neues asylgesetz beschliessen, wo zwangsernährung verordnet wird.
diese menschen haben nichts verbrochen,sitzen monate lang in haft.
wie ist die derzeitige migrationsbewegung im lande deiner meinung nach?
die quoten wurden bereits gesenkt, es wurde weniger asyl erteilt.
sich mit diesem thema ausseinander setzen ist nicht gleich plakativ abzuhandeln.
gerade hier bin ich sehr sensibel.
kinomu - 26. Mai, 22:46

"die quoten wurden bereits gesenkt, es wurde weniger asyl erteilt."
Für Zuwanderung gibt es Quoten (davon ausgenommen ist zB Familienzusammenführung), für Asyl aber gibt es keine Quote.
eclipse - 26. Mai, 23:07

@kinomu

ich habe mit "quoten" lediglich auf nestor's wortmeldung geantwortet,nähmlich:
ich weiss nicht, wie mit der dzten migrationsbewegung im lande umgegangen werden könnte..
nestor sprach über migrationsbewegung,und das einschliesst alle migrantInnen, nicht nur die asylantInnen.
so gesehen ergibt mein antwort einen sinn.

Die Anzahl der Asylanträge ist 2004 um 24 % auf 24.676 zurückgegangen, mehr darüber hier.
Niwi - 25. Mai, 10:37

schubhaft

ich find das System der "Schubhaft" schon eigenartig.
Wieso kommt jemand in Haft, der nichts verbrochen hat?

eclipse - 25. Mai, 11:01

@Niwi

Du bringst es auf den Punkt! Eine sehr gute Frage.
Darum gehts ja, diese Menschen wollen wieder frei sein,deswegen treten in Hungerstreik.
Niwi - 25. Mai, 11:24

Es ist schon irgendwie paradox.
Ich stelle mir grad vor, daß ich aus irgendeinem Land flüchten muss, schaffe es nach Österreich und dann komm ich in Schubhaft.
Man könnte noch einwenden, bei uns gibt es keine Folter (zumindest was ich weiß) oder Todesstrafen.
eclipse - 25. Mai, 15:03

@Niwi

zwangsernährung wäre auch folter. gestern hat es ein artzt ausfrührlich erzählt,wie es ausgeführt wird:
der "patient" muss an seiner bett gefesselt werden und mit magensonde ernährt werden.gegen seiner willen.

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